
(UG) Die Idee ist bereits mehrere Jahre alt. Punktuell kenne ich den Main aus der Sicht des Autofahrers, der ihm im tiefer eingeschnittenen Tal bei Karlstadt oder Lohr oder in der doch relativ flachen Gegend um Bamberg mit den vielen Kiesgruben begegnet. Angeregt dadurch wollte ich mehr vom Main sehen und dass aus erster Hand, nämlich vom Boot aus.
Für September 2008 ergab sich relativ kurzfristig die Gelegenheit. Der Terminkalender auf Arbeit passte und von der Familie bekam ich frei. Das ursprüngliche Vorhaben die Fahrt mit dem relativ komfortablen 15er Jollenkreuzer „Gräfin Cosel“ zu machen ließ sich mangels Trailer nicht realisieren. Einfacher waren eine offene Segeljolle XY mit Hänger zu organisieren. Also wurde die XY „Max’l von Wachwitz“ gechartert und ein Anhänger ausgeborgt. Die Masthöhe von 7m plus Verklicker kann auf dem Main nicht vernachlässigt werden, und so besorgte ich mir beim WSA in Schweinfurt nicht nur Hinweise zu zweckdienlicher Literatur sondern auch Angaben zu den Durchfahrtshöhen der Brücken. Als nautische Unterlagen kaufte ich mir aus der Reihe „Guide für die Sportschifffahrt“ den Band Der Main – Von Mainz bis Bamberg“. Die Karten von Streckenabschnitten mit entsprechenden Informationen über Clubs, Marinas, Brückenhöhen, Schleusen sowie Pläne der jeweiligen Häfen empfand ich nützlich und bin auch nach der Fahrt dieser Mainung.
Die
Fahrt sollte stromab gehen, um möglichst viel vom Main zu erleben. Von
verschiedenen Seiten wurden Angaben von 2 km/h Strömungsgeschwindigkeit
gemacht. Von der Elbe her hatte ich die Erfahrung, dass die Strömung durchaus
hilfreich ist um vorwärts zu kommen. Im Nachhinein würde ich die
Strömungsgeschwindigkeit des Mains aber nicht so hoch bewerten (ohne sie
gemessen zu haben). Als Startpunkt wurde Bamberg als Verbindungsstelle zum
Rhein-Main-Donau-Kanal gewählt. Es kamen zwei Wassersportvereine in Frage und
ich entschied mich für den Motor- und Segelboot-Club Coburg in Viereth. Mit dem freundlichen Hafenmeister verständigte ich
mich über Möglichkeiten zum Abslippen und
Unterstellen des Zuggespanns. Der Club ist auch mit öffentlichen
Verkehrsmitteln erreichbar, was für den Rücktransport wichtig war. Mit dem Boot
wollte ich nur in eine Richtung fahren und das Auto dann nachholen.
Am
Sonnabend dem 6. September ging es los. Schon tagelang hatte ich die
Langfristwetterprognosen verfolgt. Es sah nicht schlecht aus-kein Superwetter,
aber ausreichend trockene Zeit. Nach der Anfahrt und dem Aufbau des Bootes, dem
Verladen der Ausrüstung und dem Aufräumen von Auto und Trailer ging es endlich
los. Nach einem Kilometer an der Schleuse Viereth der
erste Sportbootstau. Es gibt hier leider keine Sportbootschleuse,
so dass ich mit den größeren Sportmotorbooten warten musste. Nach ca. 1,5 h Wartezeit ging es mit gelegtem Mast zu Tal. Als langsamstes Boot hatte ich bald den Fluss für mich. Ich hatte ja Zeit. Die Zeitmessung ergab eine Geschwindigkeit von fast 10 km/h. Das war schneller als erwartet.
Das Wetter war wechselhaft mit Nieselregen hin und wieder aber mit anfangs 25°C warm genug. Am späten Nachmittag erreichte ich dann die erste mit Spannung erwartete Bootsschleuse in Limbach. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es außer der Großschleuse im Wehrarm eine kleine Schleuse von 12m Länge und 2,5 m Breite, die selbst zu bedienen sind. Ich hatte mich schon im Vorfeld erkundigt, ob eine „Einhandbedienung“ überhaupt möglich ist. Trotzdem benötigte ich eine dreiviertel Stunde für die Talfahrt. Ich fand aber die Machbarkeit bestätigt.
Der
Regen nahm zu. Die nächste Schleuse Knetzgau erreiche ich erst 19.30 Uhr. Ich
will die Schleuse nicht mehr passieren und finde im Oberwasser eine Spundwand
zum Festmachen für die Nacht. Nachdem die Plane aufgebaut ist, versuche ich das
Boot innen so gut wie möglich zu trocknen und bau dann mein Luftmatrazenbett
auf- Bequemlichkeit muss sein. Abendbrot gibt’s unter der Plane und dann ist
neun Uhr Schlafenszeit. Nachts regnet es weiter.
Der nächste Morgen bringt nicht wesentlich besseres Wetter. Aber als ich gerade die Leinen lösen will, kommt talwärts ein Hotelschiff. Ich melde mich schnell bei der Schleuse an und darf mit einfahren. Das ist natürlich einfacher und erspart das Mastlegen.

Es
ist absehbar, dass ich demnächst Benzin benötige. Im Handbuch wird auf eine
Tankstelle in 200 m Entfernung verwiesen. Das klingt gut. Der Autor war
scheinbar nie dort, denn das ist die Luftlinie. An der Stirnseite des Hafens,
ganz hinten, lege ich an. Die Kollegen vom WSA halten Ausschau. Ich versuche
anzurufen und nachzufragen. Ohne Erfolg, also wird’s wohl erlaubt sein. Ich
muss ca. 1,5 km laufen, weil eine Bahnlinie dazwischen und die Brücke etwas
entfernt liegt. Den Rückweg beschreibe ich nicht. Ich
komme sicherheitshalber mit einem zusätzlichen Kanister zurück.
Nach 1 km kommt schwacher Gegenwind auf. Ich setze Segel. Es ist ein Zwischending zwischen Treiben, Segeln und Spielen mit dem Wind. Der Bewuchs an beiden Ufern sorgt für viel Abwechslung. Die nächste Schleuse in Ottendorf mit 7,6 m Fallhöhe bewältige ich wieder selbst in der kleinen Ausführung. Kein Bediensteg - kein Mastlegen. Also, Schleuse nach oben holen, einfahren, Obertor schließen, untere Schütze öffnen, ins Boot steigen und warten. Dann hochklettern, Untertor öffnen, runter klettern und rausfahren.


Weiter geht’s bis Schweinfurt mit Motor. Im Ruderclub lege ich an, sichere das Boot, gehe duschen und dann in di Stadt. Abendbrot gibt’s diesmal im Nachbarclub in der Pizzeria. Ein angenehmer Liegeplatz.
Diesmal
gibt’s Kaffee zum Frühstück. Ich unterhalte mich noch eine Weile mit dem
Hafenmeister. Seine Empfehlung lautet Mainstockheim. Das passt als Tagesziel in
meinen Plan. Erste Aktion wird die Sportbootschleuse. Für die Maxbrücke vorher
muss ich den Mast legen. Leider komme ich an den Verklicker nicht ran um den
Schaden aus der letzten Schleuse gerade zu biegen.
Das Wetter sieht vielversprechend aus – 17°C Lufttemperatur und 20°C im Wasser. Der Wind nimmt langsam zu. Die nächste Schleuse hat wieder einen niedrigen Bediensteg. Ich fahre Rückwärts rein und spare mir so das Mastlegen. Wer hat das nur so projektiert?!


Nach
der Schleuse setze ich wieder Segel. Allerdings warte ich noch einen Talfahrer
aus der benachbarten Großschleuse ab. Dann segle ich hinterher bis Wipfeld. In zwei Stunden schaffe ich so 6,5 km. Mittag ist
vorbei und bis zum geplanten Ziel sind es noch 26 km. Segeln oder nicht? Etwas
anderes macht mir auch noch Sorgen – eine große schwarze Wolke. Fahren oder
Warten? Zwischenzeitlich benutzen Taucher vom WSA die Schleuse und verlängern
meine Bedenkzeit. Die Wolke zieht sich zurück und ich fahre weiter. Wieder
rückwärts reinfahren mit gelegtem Mast, um an die Leiter zu kommen. Die
Kollegen vom WSA machen mir die Schleuse unten auf und so gewinne ich etwas
Zeit.
Das
Problem bei fast allen Bootsschleusen sind die schrägen Wände, an denen man nur
äußerst vorsichtig festmachen kann. Wenigstens bei den meisten längs
verlaufende Stangen als Festmacher.
Ich motore weiter bis Volkach,
nach der eine Mainschleife benannt ist. Die wird durch einen Kanal abgekürzt,
den alle Motorboote benutzen sollten. Unterwegs passiere ich eine Seilfähre.
Die hängt an einem über dem Fluss gespannten Seil. 
In Volkach beobachte ich wieder erst das Verhalten der dunklen Wolke. Ich fahre weiter in den Kanal bis zur Schleuse Gerlachshausen. Dort melde ich mich an und darf kurzfristig mit zu Tal fahren. Habe die ganze Schleuse allein für mich. Es gibt im Moment nur Bergfahrer. Leider bleibt einer meiner Fender in der Schleuse zurück. Ich merke es zu spät. Aber Fender gehen und kommen – kurz vorher kam einer so dass ich mit zweien weiterfahren kann.
In
der Bootsschleuse Dettelbach stelle ich wieder den Mast, den ich seit Volkach
gelegt hatte. Damit war es ziemlich eng im Boot. Mainstockheim ist nicht mehr
weit. Es gibt genügend freie Gästeplätze. Von den drei angegebenen
Telefonnummern ist keine erreichbar. Also Boot sichern und Gaststätte für das
Abendbrot suchen. Auf der anderen Flussseite sehe ich eines. Allerdings macht die
Fähre gerade Feierabend. Der Fährmann hat aber einen guten Tipp.
Nach einer ruhigen Nacht erwartet mich ein sonniger Morgen. Die Bootsplane ist nass – von außen und innen. Ich trockne sie also während des Frühstücks in der Sonne. Über dem Fluss spielt der Wasserdampf. Der Nebel formt Wirbel, Säulen und andere bizarre Formen. Das Bild ist so schön, dass ich den ausgefallenen Kaffee von Sonntagfrüh auch noch trinke. Der Tag verspricht sehr schön zu werden.


Ich
brauche Getränke und Benzin. In Kitzingen, dem nächsten Ort, soll es gute
Bedingungen für die Besorgung geben. Nach 20 min überrascht mich die Pipinsbrücke in Kitzingen mit einer scheinbar geringen
Höhe. Laut Tabelle hätte ich mit gestelltem Mast durchfahren können. Ich fahre
noch einen Kreis und lege den Mast. Im Segel- und Sportclub Kitzingen lege ich
an. Ein Sportfreund ist da und öffnet mir die Tür im Zaun. Relativ gut ist
sowohl eine Kaufhalle als auch eine Tankstelle erreichbar. Nach 40 min bin ich
wieder im Boot unterwegs. An der Schleuse Kitzingen muss ich den Mast legen.
Nach mir kommt noch ein Schlauchboot und so geht die Schleusung schnell von
statten. Nach der Schleuse setze ich Segel. In eineinhalb Stunden schaffe ich
kreuzend 6 km. Es macht stückweise richtig Spaß. Ich hab den Mast nach vorn
getrimmt und so läuft das Boot auch unter Großsegel sehr gut. Für die Brücke
und
die Schleuse in Marktbreit muss ich den Mast legen. Wieder sind wir zu zweit in
der Bootsschleuse und so geht es schnell. Ich setze wieder Segel und schaffe in
einer Stunde noch mal 4 km. Auf der Höhe der Seglerjungenschaft
Nürnberg in Ochsenfurt berge ich die Segel für die Schleuse Goßmannsdorf.
Die Bootsschleuse ist wegen Bauarbeiten im Unterwasser gesperrt und ich melde
mich an der Großschleuse an und kann sofort einfahren. Ich fahre bis zum
Yachtclub Würzburg und stelle später fest, dass es die 1 km vorher gelegene
Marina Lewandowski ist. Für 12 EUR darf ich liegen. Die Steganlagen sind die gebrauchtetsten meiner ganzen Fahrt. Aber ich wollte
duschen und das war in Ordnung. Leider merkt man hier aber, dass das Maintal
enger wird und auch von einer stark befahrenen Bahnlinie benutzt wird. Ich
kenne das schon von der Elbe. Es ist einfach etwas laut. Ich mache einen
Spaziergang durch Eibelstadt. Die Stadt ist niedlich mit einer Stadtmauer, die
aus der Luft wie ein Osterei aussieht - ich habe einen Stadtplan gesehen.
Abendbrot gibt’s heute im Boot. Es sind immer noch 23°C. Ich lese in meinem
Buch bis der Nachbar kommt und wir fachsimpeln über Bootsumbau, Häfen am Main
usw.
Mit dem Aufbruch am nächsten Morgen lasse ich mir wieder
Zeit. Ca. um neun geht’s los mit Kurs Würzburg. Der Himmel zieht sich langsam
zu und vor Würzburg fängt es an zu nieseln. In Würzburg gibt es keine Bootsschleuse.
Ich lege den Mast und melde mich an der Schleuse an. Das hat bis jetzt über
Mobilfunk sehr gut funktioniert. Nach einem Bergfahrer kann ich nach unten
fahren.
Die
Brücke über dem Untertor ist schön mit vielen Figuren. Die Brücke in
Veitshöchheim ist viel höhe als angekündigt. Besser als andersrum. Unterhalb
liegt das Gelände der Segelkameradschaft Maintal. Die Boote liegen alle an Mooringbojen längs im Strom. An der nächsten Bootsschleuse
muss ich aufgeben. Es gibt keine senkrechten Griffleisten in der Schleuse. Ich
kann mich also nicht im Boot abwärts schleusen. Hinter dem Untertor ist noch
eine Brücke, also fällt auch das Führen des Bootes an der Leine aus. Es hilft
nichts als an der Schleuse anmelden. Ich habe Glück und es gibt einen
Talfahrer, hinter dem ich in die Schleuse kann. Leider ist die MS Clingenburg schneller als ich und so mache ich mir keine
Hoffnung auf die nächste gemeinsame Schleusung. Noch zwei Schleusen und eine zu
niedrige Brücke. Halb sechs erreiche ich den Yachtclub Wernfeld.
Beim Anlegen wird mir geholfen und ich bekomme noch gute Tipps für die
Sicherung des Bootes gegen Schwell. In einer nahe gelegenen Gaststätte esse ich
Abendbrot. Wernfeld wird mir immer in Erinnerung
bleiben. Die Leute waren sehr nett und der Hafen sehr schön – bis der erste
Güterzug durchfährt. Die Bahntrasse ist sehr exponiert über Fluss und Ort. Es
schmerzt. Man wird nachts wach und möchte zur Seite rücken um dem Zug Platz zu
machen.

Ich
sehe zu, dass ich wegkomme. Ich frühstücke, aber die Plane packe ich nass ein,
auch wegen des Nebels über dem Fluss. Es ist besseres Wetter versprochen. Aber
kein Wind. Der Nebel hebt sich nur langsam. So langsam werden alle Handgriffe
ein bisschen Routine. Ich freue mich, dass ich nicht bis Gmünden
gefahren bin. Dort hätte ich direkt unter der Eisenbahn geschlafen. Die
Lufttemperatur beträgt 18°C. Windstille. Der Fahrtwind kühlt wegen des Nebels
und ich ziehe mir etwas mehr an.
An der nächsten Schleuse in Steinbach sehe ich ein Motorschiff von hinten aufkommen und frage schnell in der Schleuse an. Ich darf mit. Ich passiere Lohr, denke an alle Bekannten, die da jetzt auf Arbeit sind.
Vor der Schleuse Rothenfels treibe ich im leichten Wind und mache Mittagspause. Ich habe auf Verdacht angefragt. Ein Frachtschiff ist angekündigt und so nutze ich die Zeit zum Essen. Die Sonne hat sich durch die Wolken gekämpft und so sind jetzt fast alle Sachen getrocknet. 23°C Lufttemperatur. Das Wasser ist immer noch 20°C warm. Ich war trotzdem während der gesamten Fahrt nicht baden. Es gibt eine Menge Campingplätze am Main und auch zu dieser Jahreszeit noch wochentags Bewohner. Einige winken. So kleine Segelboote sind hier vielleicht doch eher selten. Die Sportbootschleuse in Lengfurt ist oben und ich kann einfach hinein fahren. Für die 4 m Fallhöhe muss ich keine Leinen verlängern, keinen Mast legen und bin nach ca. 10 min wieder draußen. Rekord. Nach einer dreiviertel Stunde erreiche ich den Hafen und Campingplatz Bettingen. Nach dem Sichern des Bootes fahre ich mit dem Clubfahrrad nach Bettingen Benzin und Getränke kaufen. Der Club ist super. Die 1,5 km entfernte Brücke der A3 über den Main hört man nur als Rauschen. Nach dem Luftmatratze und Schlafsack vorbereitet sind, gehe ich duschen und genieße dann mein Abendbrot mit Blick auf den Hafen und den Main. Die Temperatur beträgt noch immer 22°C. Ich lese bis zum Dunkelwerden und gehe schlafen. Eisenbahnfrei!
Der nächste Morgen erwartet mich mit bedecktem Himmel.
Verlassen den Hafen halb neun. Ich gebe mir Mühe niemanden zu wecken. Nach
kurzer Zeit erreiche ich die Schleuse Eichel. Wegen der hohen Bedienstege ist
kein Mastlegen erforderlich und das Ganze schon fast Routine.
Es
gibt am Ufer zunehmend Stellen, an denen man anlegen könnte (Sand oder lange
Bereiche hinter Längsbauwerken). Ungetestet bleibt aber die Auswirkung des Schwells durch die großen Schiffe, der hier wesentlich
kräftiger wirkt als zu Hause an der Elbe. Es regnet manchmal etwas. Auch als
ich Wertheim passiere. Am Pier liegen Hotelschiffe.
Die
Eisenbahnbrücke in Hasloch ist eigentlich nicht hoch
genug, aber mit einer ordentlichen Kränkung des Bootes kein Problem. Hin und
wieder, aber wesentlich seltener als erwartet begegne ich Fracht- oder
Hotelschiffen An der Schleuse Faulbach ist die Bootsschleuse gesperrt. Ich habe
die Große für die Talfahrt für mich allein. Ich passiere Stadtprozelten,
Dorfprozelten und Reistenhausen. Ich ziehe mit dem Boot meine Bahn und so
langsam kommt das Gefühl auf, es könnte immer so weitergehen. Steuern, Tanken,
Karte prüfen, Ufer ansehen, winken, Steuern…
Mit der Schleuse Freudenberg kommt meine letzte Staustufe dieser Fahrt. Als ob man genau das hinauszögern möchte, ist die Schleuse ausgeschaltet. Parallel geht’s auch zu Tal, aber man hats da eilig und will mich nicht. Ich habe Zeit. Die Bootsschleuse ist wegen der integrierten Fischtreppe größer als die bisherigen und so dauert das Füllen und Entleeren etwas länger.
Kurz vor 15 Uhr komme ich in Miltenberg an. Die letzte
Stunde musste ich im Regen fahren. Der Hafenmeister ist da und ich bekomme eine
Box. Für Miltenberg habe ich im Moment keine Augen. Ich bin das erste Mal
richtig nass. Ich ziehe die Plane aufs Boot, suche mir die Ausgehsachen
zusammen, erledige die Anmeldeformalitäten und gehe zum Bahnhof. Ich muss mit
der Bahn zurück nach Bamberg, das Auto holen. Ich möchte das heute Abend noch
erledigen, um Morgen genug Zeit zum Abbauen zu haben. Natürlich fährt gerade ein
Zug weg. Ich nutze die Zeit für einen kurzen Imbiss. Ich weiß schon dass es in
Bamberg spät wird und melde mich an. Der Hafenmeister ist weit weg, verspricht
aber, dass jemand im Hafen da ist. In Bamberg regnet es noch immer. Der letzte
Bus ist weg und ich nehme ein Taxi. Das Tor zum Club ist zu. Wie ging das nur
früher ohne Mobiltelefon?
Halb
elf bin ich wieder in Miltenberg. Mein letztes Abendbrot im Boot.
Ich beginne früh mit dem Frühstück und dem Abbauen. Irgendwann kommt der Hafenmeister. Er hilft mir dann beim Aufslippen. Es ist gut, das Auto und Hänger schon da sind. Halb zwölf ist alles verpackt. Jetzt habe ich auch einen Blick für Miltenberg. Der wird nicht so richtig erwidert. Es regnet nicht mehr, aber tiefe Wolken gibt es.
Zusammenfassung
In dieser Woche war ich 52 Stunden auf dem Wasser und habe dabei 254 km zurückgelegt, davon 20 unter Segel und musste 23 Schleusen bewältigen. Wie oft ich den Mast legen musste, habe ich nicht gezählt.

Quelle Wikipedia, Pegel Würzburg



