Segelclub Dresden Wachwitz e.V.
Termine: Mi 15. Feb Fälligkeit SCW-Beiträge + Fr 24. Feb 19:00 Kleiner Clubrat + Fr 24. Feb 19:30 Gemütlicher Clubabend + Mi 29. Feb Termin Antrag Steg- u. Trockenliegenplätze + Do 1. Mär 18:30 Beginn A-Schein-Lehrgang (Theorieausbildung) + Mi 7. Mär 19:00 Clubrat + Do 8. Mär 18:30 A-Schein Theorie +
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Sommerwanderfahrt 2007
Dresden - Magdeburg - Dömitz - Plau

Die Teilnehmer:
Laura und Anna auf der "Mausi" (Typ Ixylon)
Jakob und Johanna auf der "TUX" (Typ Windy)
Norbert und Benjamin (G.) auf der "MUH" (auch "HUM", Typ Ixylon)
Johannes, Judith und Benjamin (K.) auf der "Sonnenschein" (Typ 15er Jollenkreuzer)

Die Mission:
Drei Wochen Wind und Wetter trotzen und das dann Urlaub nennen

Freitag, 10.08.07
Eben noch schien die nächste Sommerwanderfahrt seemeilenweit entfernt zu sein und schon steht sie wieder vor der Tür, die Zeit, in welcher man von der Dresdener Landratte zu irgendeinem anderen Binnenwassernagetier mutieren möchte und festen Wohnsitz gegen losen schwimmenden Untersatz tauscht. Doch zuvor mussten wir uns personellen Problemen stellen, denn mit der Absage von Max stand erschreckenderweise meine Teilnahme in Frage. Doch zum Glück konnte ich bei Judith und Johannes auf dem Sonnenschein als zweiter Offizier anheuern, auch wenn die sonst den Jugendwanderfahrt so treue Gust'l so in Wachwitz verbleiben musste. Doch Zeit, um meine "Crew" Max und um mein Patenboot zu trauern, blieb kaum, denn erste Teile des voluminösen Gepäckberges mit dem Relief eines Mittelgebirges mussten in Schubkarren von der Halle zum Steg transferiert werden. Die vier "Js" namens Johanna, Judith, Jakob und Johannes hatten sich am Steg bzw. in der Halle zum Übernachten eingerichtet. So hätte "Tag Null" unserer Wanderfahrt enden können. Hat er aber nicht. In spontaner Nacht- und Nebelaktion trudelten noch die beiden "Bs" Benjamin und Benjamin ein und gemeinsam slippten wir noch die beiden Ixylons, nachdem wir beide unter den Steg-Stromkabeln durch und an der Pferdekoppel vorbei geschoben hatten, da sich die eigentliche Slipanlage unseres Vereins derzeit noch im Bau befindet. Nun war alles für nachfolgende Packaktionen bereit, denn schließlich wollten wir am Samstagmittag frühzeitig los. (BK)

Samstag, 11.08.07 Nieseln, W 3-4, 33 km unter Segeln (s)
Morgens gegen zehn Uhr waren weitere bekannte Gesichter auf dem Vereinsgelände zu sehen. Jakob beendete den Umbau seines Mastes, denn dieser sollte zur Klappbarkeit befähigt werden. Nun hatte wieder die Stunde der Schubkarrenschwertransporte geschlagen und Verpflegung und Klamotten rollten so über den Steg und verschwanden in den ungewissen Tiefen von Heckklappen und Backskisten. Pünktlich morgens um halb zwei hieß es "Leinen los!" und "Festland ahoi". Zwar war uns Wind gegönnt, aber eben auch Wasser - von unten wie von oben. Nach einem Spontanshooting mit einem BILD-Redakteur (Wie viele gibt es davon eigentlich??) vor der Augustbrücke brauchte nun Norberts Boot endlich einen Namen. Schotte Benjamin (G.) griff sofort zum Panzertape, Improvisationsmittel Nummer eins, und bastelte vorne auf der Ixy liegend am Namen. Das Boot sollte "MUH" heißen. Doch auf der anderen Seite des Bugs trieb perspektivische Verwirrung ihr Unwesen: "HUM" war dort zu lesen. Und das war keine Absicht. Der überfeuchte Tag (ja, manche nannten ihn nass, nachdem sie ihren Halt auf dem Boot verloren hatten) klang abends mit Lutz und seiner Familie bei Gegrilltem und ein wenig Bier im Segelverein in Meißen aus, wo wir wie immer herzlich willkommen geheißen wurden. Zu später Stunde wurde die Bedeutung der Hufeisennasenfledermaus für Dresden erörtert, doch der einzige, der wirlich darüber bescheid wusste, war schon im Bett. So oder so fand auf diese Art und Weise ein nasser, ungemütlicher Tag einen gemütlichen Abschluss.

Sonntag, 12.08.07 Abflauend, W 0-3, 34 km unter Segeln (s), 16 km unter Motor (m)
Zweiter Tag, erster Rekord: Schon halb zwölf verabschiedeten wir uns aus Meißen. Ohne besondere Vorkommnisse segelten wir 34 Kilometer stromab, um dann unter Motor noch ein wenig Kilometer zu schrubben, um nicht allzu lang bis zu den Seen zu brauchen. Neben dem guten Essen hatte der Tag einen ganz besonderen Höhepunkt: Norbert und ich bekamen jeweils eine eigens und selbstlos genähte Flagge von Anna und Laura geschenkt, beide in ganz persönlichem Design. So bekam einer die Flagge mit "Sex, Drugs & Sailing" und der andere einen Superman-Wimpel. (Die Zuordnung bleibt geheim.) Außerdem scheint es Gesetz, dass es immer einen erwischen muss, weshalb sich heute Jakob opferte und Benjamin (G.) nachahmte, indem er den Rumpf seines Bootes mal aus einer etwas tiefer gestapelten Perspektive bewunderte. Nun liegen wir satt und zufrieden bei Kilometer 130 in einer Buhne und tauschen Schallwellen mit zweifelhaftem Informationsgehalt aus. Nun muss ich Schluss machen, sonst verpasse ich noch die Ausführungen zu Lauras Teppich-Bügelkünsten.

Montag, 13.08.07 Bewölkt, alle Richtungen 0-6, 15 km(s), 32 km(m)
Der Tag begann mit wenig Erfreulichem, erst kein Wind und dann schlägt auch noch die Reparatur des Jollenmotors fehl. Zur Rettung der Fahrt erklärt sich Lothar Blüher bereit, einen Erstatzmotor nach Belgern zu bringen. Die letzten 10 Kilomter bis dorthin legen wir mit 3 Jollen im Schlepp am Sonnenschein zurück. Die Tanknadel signalisiert aber sehr bald, dass ein zweiter Motor dringend notwenig ist. In Belgern wird die Zeit genutzt um Lebensmittel, Wasser und Benzinreserven wieder aufzufüllen. Nachdem wir gegen 14.00 den Motor getauscht haben. (dafür nochmal einen großen Dank an Lothar, wir hoffen, dass die Türe trotzdem inzwischen neuen Lack erhalten hat) Jetzt stimmte auch der Wind und wir konnten etwa 15 km unter Segel zurücklegen bis wir aufgrund zustarken Windes Schutz in einer Buhne suchten. Zum Zeitvertreib fand sich so einiges in den Backskisten der Boote und kurz nach dem Anlegen nutzen 3 Drachen den Wind um sich mehr oder weniger in die Lüfte zu erheben. Am Abend starteten wir noch für zwei Stunden den Motor, um überhaupt ein wenig Strecke an diesem Tag zu schaffen.

Dienstag, 14.08.07 Sonnig, W 0-2, 13 km(s), 37 km(m)
Ein Sonnenstrahl weckte uns an diesem Morgen. Es war zwar schön, aber ohne Wind eher mäßig brauchbar zum Segeln. Der Drang, vorwärts zu kommen, ließ uns nach einem ausgiebigen Frühstück die Motoren mit Benzin "füttern" und lostuckern. Die Buhne am km 205 hielt uns an, eine kurze Badepause zu machen. Neun Kilometer weiter hatten wir genug vom Motorlärm, so setzten wir die Segel. Ich gebe zu, unser Rumgedümple als "Segeln" zu bezeichnen, wäre zu hoch gegriffen, aber wir hatten unseren Spaß. Als wir an einer Gierseilfähre auf die Öffnung warteten, war ein Hubschrauber keine 300m stromab im Anflug. Der öffnete 2 Meter überm Wasser die Tür und entnahm mit einem Eimer Wasser. Nachdem er diese Prozedur noch einmal wiederholte, flog er zur nächsten Wiese und beendete seine Schau. Ob das die neueste Mode ist, Wasserproben zu entnehmen? Wir wussten es nicht. Das Treiben ohne Wind ist nun nicht so der Renner, deswegen legten wir schon halb 5 in einer hübschen Buhne an und machten unser Abendbrot. Die Hubschrauber begleiteten uns noch den Abend lang. Ich habe festgelegt: das war unser Hub-Schraub-Tag.

Mittwoch, 15.08.07 Wolkig, W 2-5, 52 km(s)
Tropf, tropf, tropf empfing uns am Morgen. Da dreht man sich lieber noch mal im Schlafsack um. Doch unser Benny wollte los und haute schon halb 11 solange mit einem Löffel auf einem Alutopf rum, bis alle endgültig wach waren. Wir einigten uns auf ein Frühstück unter Segeln, so ging es schon eine dreiviertel Stunde später los. Der Wind hatte einen seiner besten Tage, wir konnten also den ganzen Tag segeln. Auch die Wolken verschwanden ein wenig und wir blieben trocken. Um 1 hielten wir für 15 min in einer Buhne zum Wasserlassen (insbesondere für die Mädels) an. Benjamin G. war ganz begeistert von dem Wind und in seinem Engagement fürs Segeln plumpste er gleich 2 mal ins Wasser. Für mich sah das schon interessant aus: Norbert (sein Steuermann) segelt weiter und Benjamin im Eiltempo hinterher. ? Die Sonnenschein-Crew (also wir) peilten die 40 km unter Segeln an, aber der Wind ging noch nicht um 18 Uhr schlafen, deswegen legten wir die Latte höher: 50 km gesegelt sollten es werden. Um 18.45 Uhr, km 279, fanden wir eine hübsche Buhne nach insgesamt 52 gesegelten Kilometern. Nach dem Abendbrot wurde es noch mal feucht, gegen halb 9 setzte wieder Regen ein, deswegen hielt sich unser "Abendprogramm" in Grenzen.

Donnerstag, 16.08.07 Fast trocken, W 2-3, 44 km(m)
Heute hatten wir keine Lust zu kreuzen. Gestern ging es schon die ganze Zeit gegenan, außerdem winkte förmlich schon der Magdeburger Seglerverein mit Dusche und Toilette… ach, wie sehnten wir uns nach ein wenig Sauberkeit! Schon halb legten wir unter Motor ab, frühstückten gemütlich an Bord und kamen gegen 3 im SVM an. Der Vereinsvorsitzende Günther Paulke empfing uns sehr freundlich und wies uns ein paar hübsche Plätze am Steg zu. Mit dem Tiefgang gab es keine Probleme, es wurde erst im Frühjahr ausgebaggert - so ein Luxus! Nach einem kurzen Schwatz machten wir uns auf den Weg, Essen zu besorgen. Außerdem brauchten wir noch destilliertes Wasser für die Batterie (hat trotzdem nicht geholfen ? ) und die Mausi-Crew Ersatzkartuschen für ihren Gaskocher. Also machten wir uns auf den Weg in Richtung Supermarkt. Nachdem wir bestimmt 5 verschiedene Leute angequatscht hatten, standen wir vor einem Plus. Rein und essen fassen. Für das Nachhause-Schleppen brauchten wir jeden einzelnen Armmuskel. Wir durften sogar die Küche der Magdeburger benutzen und konnten richtig kochen. Im Clubraum verbrachten wir noch einen tollen, mückenfreien Abend.

Freitag, 17.08.07 Sonnig, SO 1-4, 70 km(s), 8 km(m)
Noch die Schlafsachen zusammen packen, noch mal aufs Klo gehen, achja und die Wasserflaschen nachfüllen nicht vergessen … Irgendwie dauert das Loskommen aus der Zivilisation immer etwas länger, woran könnte das nur liegen? Dabei wartete tollstes Wetter auf uns mit hübschem Wind. Doch erst mussten wir durch die Stromschnellen durch. Das geht zwar fix, aber man sollte genügend Benzin im Tank haben, damit der Motor zumindest etwas läuft. Laura und Anna brauchten noch etwas Adrenalin. Mitten in den Stromschnellen kramen sie einen Kanister raus und füllen den leeren Tank nach, nicht ganz unheikel, aber gut gelaufen. Für die Hubbrücke in Magdeburg sind 5,05 m bei höchstschiffbarem Wasserstand angesetzt. So genau konnten wir mit unserem 8,80m Masttop-Höhe über Wasser nicht einschätzen, ob wir durchpassen. Mit laufendem Motor, dem Heck zuerst und Benjamin K. und mich am Want hängen (wir brauchten ja Krängung) passten wir durch. Ich würde nicht behaupten, dass mehr als 15 cm Platz war, aber es war ausreichend. Bei allen anderen Brücken konnten wir problemlos drunter durchsegeln. Der Wind war toll, endlich mal nicht nur kreuzen. Streckenweise sogar Halb- bzw. Vorwind! Das mussten wir genießen und das 70 km lang. Für uns ein neuer Segelrekord auf der Elbe. Am Abend machten wir ein hübsches kleines Lagerfeuer und grillten mit einem Einweggrill ein paar Camemberts und Würstchen. Es war ein toller Tag!

Samstag, 18.08.07 Hübsches Wetter, SW 0-2, 40 km(s)
Ein Tag, wie jeder andere es auch hätte sein können. Relativ wenig Wind, aber dafür Sonne. Wir trieben also mehr oder weniger die Elbe hinunter, immer auf der Suche nach der nächsten Tonne ;). Zwischendurch legten wir noch eine Badepause ein. Es war dennoch erstaunlich, dass wir teilweise über mehrere Kilometer hinweg nie so wirklich auseinander gingen. Immer blieben wir in Sichtweite der anderen und keiner setzte sich als "King" ab. Abends machten wir wieder ein Lagerfeuer, was sich mal wieder als super hilfsreich gegen Mücken erwies. Johanna kann davon ein Lied singen (52 Mückenstiche an einem Fuß …).

Sonntag, 19.08.07 Sonnig, SW 0-2, 49 km(s), 12 km(m)
Der letzte Elbetag brach an … Dömitz liegt bei Elbkm 505, bis kurz davor in eine Buhne war unser Ziel. So der Renner war der Wind nicht, aber wir hatten einen Plan ?. Wenn wir mit gutem Gewissen sagen wollen, dass wir 2/3 der Elbe gesegelt sind, müssen wir bis km 490 segeln. Gesagt, getan. Gegen 18 Uhr wurde der Wind immer schwächer, am irgendwann schlief er ganz ein, aber wir hielten eisern durch. Alle warteten auf das Schild mit der 490. Danach motorten wir noch die letzten 12 km bis zu einer hübschen Buhne, wo wir gegen 20 Uhr ankamen. Unseren Hunger stillten wir neben einem Lagerfeuer. Den Wecker stellten wir auf 7.45 Uhr. Um 8 war ablegen am nächsten angesagt.

Montag, 20.08.07 Warm, 44 km(m), 8 Schleusen
Brrrr, kling kling und tralala machten unsere tollen Wecker am Morgen. Wir tuckerten relativ gleich los, um in Dömitz noch eine Runde einkaufen zu können. Während ich und noch ein paar andere Bootsbesatzungen losdackelten zum Laden, wo es ALl DIeschönen Sachen gibt, legten Benjamin K. und Johannes den Mast des 15ers. Als wir unsere Shopping-Tour beendet hatten, schleppten wir los. Schleuse nach Schleuse. Die Windy an der Mausi angehängt und Norberts Ixylon (mit Namen Muh Mäh oder Muh Hum) bei uns dran. In den Schleusen nahmen wir unsere "Anhängsel" parallel und schleusten so sehr gut. Die Charterboote hatten so ihre eigenen Schwierigkeiten, aber das konnte uns zum Glück egal sein ?. Das Schleusen ist meist eine ziemlich langwierige Prozedur, insbesondere, wenn es Selbstbedienungsschleusen sind. Da bin ist man schneller 500 Stufen hochgelaufen als 2,50 m hoch geschleust. Aber was soll man machen, die Schleusenwärter werden als zu teuer angesehen. Leider. Johannes kochte schon unterwegs für unsere Crew ein leckeres Abendbrot. Und nach der Schleuse Hechtsford fanden wir einen kleinen Rastplatz, wo auch die anderen ihr Essen machen durften. Leider konnten die Jollen nicht direkt am Strand anlegen, weil im Kanal nicht geankert werden darf. Aber, die Jungs gar nicht dumm, legten um die Bäume ein Seil herum. Das Seil spannten sie über einen Seitenfluss, der direkt neben dem Hügelchen in den Kanal floss und machten sich daran fest. Die Mücken waren enorm, aber auch sie mochten unser Lagerfeuer nicht.

Di, 21.08.07 Regen, 58 km(m), 6 Schleusen
Das Geräusch kenne ich doch? Es prasselte ohne Unterlass auf die Plane. Es war kalt, Regen, einfach Sch***wetter. Da wir auf dem Sonnenschein zu dritt unterwegs waren, hatte immer einer eine Hand frei (meist ich). Deswegen versorgte ich alle mit Cappuccino zum aufwärmen. Um 2 schien die Sonne, aber nur eine viertel Stunde lang ?. Es regnete immer weiter. Heute wollten wir die Schleuse Neuburg noch passieren. Um 19 Uhr kamen wir dort an, da lief gerade eine andere Bergschleusung vorher. Wir hatten mächtig Bammel, dass wir nicht mehr mitgenommen werden, denn man muss bis 19.30 Uhr eingefahren sein, sonst macht die Schleuse einfach zu. Gegen 19.25 Uhr hörte das Blinken auf der Säule für die Anmeldung auf, aber an der Tafel stand "Bitte bei grün einfahren". Johannes hatte schon den Schleusenwärter der nächsten Schleuse am Hörer, da schaltete die Schleuse doch noch auf grün. Puh! Lübz lag noch ein paar Stündchen weiter. Doch mit unseren eher kleinen Motoren (gegenüber den Motorbooten) sind wir nicht so fix, deswegen wollten wir noch an dem Abend in Lübz ankommen. Gegen 21 Uhr wurde es richtig dunkel. Der Mond hatte folgendes Bild: Vier Boote im Schlepp, vorne ein Verrückter, der mit den Füßen steuert, und immer mit der Taschenlampe abwechselnd das linke und das rechte Ufer anleuchtet (Johannes wollte möglichst in der Mitte fahren), danach die anderen 3 Boote, überall guckt ein müdes Gesicht raus, um dem vordersten Licht zu folgen. Da sich der Verkehr um diese Uhrzeit stark in Grenzen hält, kamen wir gegen 22 Uhr im Lübzer Hafen an. Dort rief in Motorboot: "Seid ihr die Dresden? Da drüben sind 2 Stege, die sind ideal für euch.". Rechts waren wirklich 2 kleine Stege, für Motorboote unbrauchbar, aber wir passten gut dran. Nachdem wir leise die Landanker ausgebracht hatten, gingen fast alle noch duschen (halb 11 unter die Dusche springen, nein, das ist kein bisschen verrückt).

Mittwoch, 22.08.07 Gewitter, 33 km(m), 3 Schleusen
Um 8 wachten wir als erstes auf und sahen, dass das Hafenmeisterbüro erst ab um 9 besetzt ist. Daraufhin weckten wir alle anderen und machten uns schleunigst auf den Weg zur Schleuse. Der Morgen war noch schön trocken, aber danach gab es einige Schauer. Nach den letzten 3 Schleusen kam endlich der Plauer See in Sicht. Kurz vor der Ausfahrt befindet sich ein Takelsteg. Dort wollten wir nur kurz anlegen und Mast stellen, was mit dem 15er in voller Fahrt eher schlecht geht. Eigentlich wollten wir schon ablegen, aber da sahen wir schon eine schwarze Wand nahen und machten schnell die Planen über die Boote. Wir versammelten uns im Sonnenschein, was sehr lustig war. Gegen 16 Uhr, glaube ich, klopft es an der Plane und ein freundliches Gesicht strahlt uns an. Es war der Vorsitzende des Plauer Segelvereins (dazu gehört der Takelsteg), der uns fragte, ob wir nicht lieber in den Clubraum gehen möchten. Bei dem Wetter konnten wir gar nicht nein sagen und folgten sehr gern der Einladung. Wir belegten alle Steckdosen mit Handys und Laptop und aßen unser Abendbrot. Als es eine Stunde später immer noch so heftig regnete, bekamen wir sogar das Angebot, die Boote am Takelsteg liegen zu lassen und im Clubraum zu übernachten. Wer kann da schon nein sagen? Wir richteten es uns richtig häuslich ein und etwas später kam der Vorsitzende noch einmal zu uns und bat uns um ein kurzes Interview. Die Lokalredaktion interessiert sich immer für neue Ereignisse und am nächsten Samstag ist Hafenfest … Na klar sind wir gerne bereit. Zum Hafenfest wurden wir auch noch eingeladen, einfach super! Aber alle waren müde, nach ein paar Runden Schwindel-Mex ging auch ins Bett.

Donnerstag, 23.08.07 Sonne, NO 0-1, 7 km(s)
Der erste Tag auf See! Und die Sonne begrüßt uns mit ihren Strahlen. Wie das so ist, wenn man in einem richtigen Raum geschlafen hat, das Zusammenpacken dauert etwas länger, so kamen wir erst 13.15 Uhr los. Der Wind hatte gestern genug gepustet, heute war anscheinend sein Ruhetag. Deswegen dümpelten wir so langsam über den See. Die Sonne scheuchte uns regelrecht ins Wasser. Es wurde Boot geputzt, andere Boote besucht, … Wir wurden nicht angehalten, weit zu kommen. Uns reichte es schon einfach 2 Schläge auf dem See zu machen um dann gemütlich an den Plauer Werder zu einem Sandstrand zu segeln. Dort haben wir (nur die Sonnenscheincrew) ein Zelt aufgebaut und die Jungs gingen ihrem Jagdinstinkt nach. Der Wald direkt daneben war ein reines Holzlager, unser Lagerfeuer dementsprechend groß.

Freitag, 24.08.07 Wolkig, W 3-4, 55 km(s)
Heute hatten wir uns einen Segel- und Einkaufstag vorgenommen. Gegen 12 legten wir vom Sandstrand ab und fuhren bei recht ordentlichem Wind seeehr lange Schläge über den Plauer See. Wir genossen es, nicht aller 50 m eine Wende machen zu müssen ?. Unsere Crew versuchte heraus zu bekommen, wie schnell wir ungefähr segeln. Dank Handy hatten wir eine Stoppuhr, aber die Entfernungen konnten wir nur schätzen. Am Ende kamen wir auf reichlich 10 km/h mit dem Jollenkreuzer. Die Vorschoter in den Jollen standen teilweise eine viertel Stunde im Trapez und winkten allen vorbeikommenden Booten. Gegen halb 5 fuhren wir nach Plau, um dort den SKY zu stürmen. Ein bisschen haben wir uns aus den Augen verloren, aber zu den Booten kamen wir alle wieder. Noch ein letzter Schlag bis zurück zum Strand (und Zelt), und 55 km waren gesegelt.

Samstag, 25.08.07 Trocken, W 2-3, 10 km(s)
Auf den Tag freuten wir uns schon seit Mittwoch, wir waren zum Hafenfest des Plauer Segelvereins (PSV) eingeladen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen! Kurz nach 13 Uhr sind wir vor der Einfahrt in den Kanal angekommen, da schlichen sich die Boote einzeln hinaus Richtung See. Ab halb 2 kam dann das große "Hauptfeld", eine Unmenge an Segelbooten! Alle ankerten in der Nähe des Ufers und legten sich zu Päckchen zusammen. Die Mausi, Tux und der Sonnenschein machten das genauso. Während wir warteten, wie es weiter geht diskutierten wir über unsere Füße. Vielleicht mutieren wir Menschen ja dahingehend, dass es bald keinen kleinen Zeh mehr gibt? Dann wurde eine Opti-Oldie-Regatta gestartet. Zuerst waren die Frauen an der Reihe. Es gab nur 5 Optis, wovon 4 vom Nachbarverein (Marina) geliehen waren. Die wurden zu jeder Wettfahrt neu bestückt. Die Wettfahrtleitung hatte up-and-downs ausgelegt, wobei das aus unserer Sicht eher "hoch-und-runters" waren. Halbwind hin, Halbwind zurück. Der Haken war nur, dass es eine Menge Winddreher gab durch die Landabdeckung. Zum 5. Lauf bekamen wir 2 Möglichkeiten mit zu segeln. Johanna und Judith freuten sich schon riesig auf das Opti-Segeln ;). Unser Lauf war der letzte und Johanna gewann! Bei dem Leichtgewicht … Wir durften auch noch die Optis reinsegeln in den Hafen, während die anderen mit weiteren 20 Booten noch eine Spaß-Regatta starteten. Am Abend wurde gegrillt und zu sehr moderaten Preisen verkauft. Natürlich gab es auch noch eine Siegerehrung. Zu jeder Wettfahrt wurden Zeiten genommen. Und trotzdem in unserer letzten Fahrt sehr wenig Wind war, schafft Johanna den 4. Platz unter den Frauen insgesamt. Hut ab! Es ging sehr lustig weiter, bis um 2. Dann waren wir die einzigen, die noch feiern wollten.

Sonntag, 26.08.07 Windig, W 4-6, 25 km(s)
Ein Luxus, wenn man Brötchen zum Frühstück bekommt! Der Vorsitzende hatte uns tatsächlich welche mitgebracht ?. Mit mehr oder weniger munteren Gesichtern machten wir die Boote klar und legten ab. Es ging los wieder Richtung Plauer Werder. Der Wind war sehr frisch! Wir "Sonnenscheiner" fuhren gleich hinterm Werder in eine Bucht zu einem Geheimtipp. Eine Fischräucherei mit Verkaufsstelle … Zum Mittag trafen wir uns alle nach und nach am Strand. Manche hatten Vorher schon ihr Gepäck abgelegt und sogar schon Zelte aufgebaut. Das war auch gut so, denn gegen 16.30 Uhr kam Norbert alleine, ohne Vorschoter Benny, um die Ecke gesegelt. Und bald darauf die Mausi, leicht feucht, mit 3 nassen Menschen an Bord. Die Mädels hatten es tatsächlich geschafft zu kentern! Anna stand wohl gerade im Trapez und hakte sich aus, sprang noch vor dem eigentlichen Kippvorgang ins Wasser. Laura hatte noch Zeit sich kurz zu wundern und - hops - da war auch sie im Wasser. Benjamin und Norbert hatten schon 50 m vorher überlegt, wie sie die Mädchen im Falle einer Kenterung heldenhaft retten können. Mit Hilfe von Benny war das aufrichten auch bald geschafft und sie kamen zu uns an den Strand. Am Abend drehten wir (15er) noch eine kleine Runde. Wobei wir sogar einmal gerefft hatten und das nicht ohne Grund, es war sehr sinnvoll! Abends wärmten wir uns noch alle am nun so bekannten Lagerfeuer (die Jungs sind jetzt Profis im zündeln ;) ).

Montag, 27.08.07 Kalt, W 6-7, 10 km(s)
Schon am Morgen begrüßte uns der Wind mit seiner Kälte. Wir schürten das Feuer vom letzten Abend um uns zu wärmen. Und jeder machte so dies und jenes. Ich (Judith) schrieb Briefe, andere quatschten, holten Holz aus dem Wald, … Die Lieblingsbeschäftigung von Benjamin K. und Norbert galt der Pfeil- und Bogenschnitzerei. Zuerst kamen die Bogen dran: welcher Faden mit wie viel Spannung? Wie lang sollte der Stock sein? Vielleicht mit Auflegstütze oder ganz gerade? Johanna und ich übten uns im Schnitzen und eingravieren. Am frühen Nachmittag starteten Johannes, Benjamin G., Jakob und Laura eine Einkaufstour mit dem 15er. Das Reff vom Vortag ließen sie gleich drin im Segel. Man stelle sich das vor: 4 Leute in Luv eines 15er Jollenkreuzers, ein Reff im Segel und trotzdem fahren sie Krängung! Das Wetter wäre absolut nichts für Jollen gewesen. Während nun die 4 unterwegs waren vertrieben wir restlichen uns die Zeit mit den Stöckern. Ben und Norbert waren inzwischen bei den Pfeilen angelangt. Am besten flog einer mit angetaptem Pappende hintendran. Sie schossen weit, in die Höhe und auf Ziele. Zum Glück der Schwäne schafften sie es nicht bis zu den weißen Federviechern. Als die Shopper wieder zurückkamen sahen alle glücklich und nass aus. Alle bezählten begeistert, wie toll doch ein Jollenkreuzer gleiten kann. Laura war genauso nass wie nach der Kenterung, jeder hat halt so seine Talente.

Dienstag, 28.08.2007 Kühl, W 3, 12 km(m)
Erstes Augenöffnen gegen 11. Heute mussten wir uns trennen. Johannes und Judith von der "Sonnenschein"-Crew wollten sich für 3 Tage von dem Rest abseilen und zu Bekannten fahren. Die anderen ließen sich durch keinerlei Vorbereitungen (Essen für Benjamin K. auspacken, Schlafsäcke einpacken, … ) in ihrem genüsslichen Frühstück stören. Laura und Anna hatten die Ehre ins Zelt zu ziehen für die 2 Nächte und besetzten es gleich mit ihren Isomatten. Gegen 2 waren alle startklar. Die Windy, Mausi und Hum-Muh gingen auf Segelkurs, der Sonnenschein mit diesmal nur 2 Leuten Besatzung in Richtung Lenz unter Motor. Was die Jollen ab dann trieben, wissen nur sie selber. Johannes und Judith jedenfalls schafften es mit gemütlichem Tuckern um 3 zur Brückenöffnung in Malchow, dadurch entfiel jegliches Abbauen des Toten Mannes (wir wären sonst zu hoch). Kurz darauf legten wir im Malchower Hafen an. Eine halbe Stunde nach uns kam ein Chartermotorboot mit einem äußerst interessantem Anlegemanöver: nachdem es sich erfolgreich hinter dem Hafen festgefahren hatte (der Untergrund des Ufers ist pretistiniert für so was) ließ es sich von einer alten Polizeibaracke freischleppen. Die jedoch rührte erst den ganzen Hafen um, bis sie dieses monströse Geschöpf von der Stelle bewegen konnte. Den skeptischen Augen des Hafenmeisters entging dies nicht. Keiner Wunder also, dass er diesem Charterboot ein einfaches Anlegemanöver ermöglichen wollte und ihm Anweisungen gab. Als es hieß "jetzt nur noch mit dem Heck ran …" hatte der Käpt'n schon Ruder gelegt und trieb nun wunderbar mit dem Heck ab. Kurz und gut: es klappte doch noch irgendwie. Aber wie die das sonst machen - keine Ahnung. Von Klampe belegen und einfachsten Knoten hatte die Besatzung des Bootes noch nie was gehört. Nach diesem Schauspiel gingen wir in die Stadt und den Abend ließen wir mit ein paar Spekulationen über die Machenschaften der anderen 7 ausklingen.

Mittwoch, 29.08.2007 Sonnig
Mit frischen Brötchen setzten wir uns an den Tisch und genossen das schöne Wetter. Anschließend beschäftigten wir uns mit Segel nähen (das Kopfbrett am Eselshaupt war leicht lose) und Rätseln. Am Nachmittag fuhren wir nach Neubrandenburg zu Johannes Verwandtschaft. Was die anderen so machten? Wir wissen nur, dass Neptun schlechter Laune war und Jakobs Ruder durchgebissen hat.

Donnerstag, 30.08.2007 Regnerisch, SW 4-5, 9 km(m)
Halb 1 stiegen Johannes und Judith nach Frühstück und Einkauf im "Sky" in Neubrandenburg in die Bahn nach Malchow. Dort legten wir relativ zeitnah ab und fuhren um 3 neben der Drehbrücke lang um zu den anderen zu gelangen. Unser Bild bei der Ankunft: Regen, abgeplante Boote, geschlossene Zelte und nirgends ein Lebenszeichen. Da wir eh schon tropfnass waren klopften wir an jedes Zelt in der Hoffnung ein bekanntes Gesicht zu treffen. In Johannes Zelt hatten wir Glück: 7 freche, gelangweilte Gesichter grinsten uns entgegen und wollten mit Süßigkeiten überschüttet werden. Für 9 Leute war das Zelt aber nun wirklich nicht mehr ausgelegt, also zogen alle mit den 15er um. Dort belustigten wir uns mit Zeitschriften und hofften auf besseres Wetter. Gegen 6 hatten wir die Schn... Nase gestrichen voll und machten Feuer. Der Regen war immerhin zum Nieseln geworden und somit erträglicher. Wie schon so oft klang der Abend am Lagerfeuer aus.

Freitag, 31.08.2007 Regen, SW 3-4, 12 km(s)
Wer glaubt denn das? Halb 12 waren alle Zelte abgebaut, die Sachen in den Booten verstaut und alle abfahrbereit in Richtung Hafen, wo morgen geslippt werden sollte? Allerdings ist das kein Wunder, wenn man um 9 durch den zarten Lärm von mehreren Tieffliegern aus dem Schlaf gerissen wird. Wir machten uns also mal wieder Richtung Plau, allerdings diesmal nicht zum Plauer Seglerverein sonder zum Wassersportverein. Die haben eine tolle Slippanlage (fast so schöne wie unsere) und einen kleinen Holzpavillon damit man seine Mahlzeiten trocken zu sich nehmen kann. Denn der Regen dachte sich: heute zeige ich es den Wachwitzern erst recht. Am Abend kamen dann Herr Glück mit Anhänger und Familie Uelze, um die Boote samt Mannschaft zu holen. Allerdings hatte keiner mehr den nötigen Elan um 11 noch zu slippen, wir vertagten das auf den Samstag und gingen lieber zum Abschluss der Jugendsommerfahrt zum Abendessen in eine Pizzeria. Die Jungs wollten anschließend eigentlich noch in eine Kneipe, aber die auserwählte "Zur Deutschen Eiche" hatte schon um 18 Uhr zugemacht. Sie mussten ihr Bier also vom eigenen Vorrat nehmen.

Samstag, 01.09.2007 Der Samstagmorgen verlief reibungslos. Wir slippten die Mausi, Windy und Muh-Hum, packten Masten und Krims-Krams zusammen und waren gegen Mittag abfahrtbereit. Den Sonnenschein samt Johannes und Benjamin ließen wir zurück. Die beiden glücklichen hatten noch eine Woche länger frei (Zivis und Studenten natürlich) und wollten noch eine Woche länger Segeln. In Wachwitz kamen wir gemeinsam an, bauten die Boote auf und schlossen die diesjährige Jugendsommerfahrt mit einer Fahrt nach Hause durch den Regen ab.

Segelclub Dresden-Wachwitz e.V.
Dresden, 01326
Pillnitzer Landstraße 156a
1. Vorsitzender: Thomas Eggerichs
2. Vorsitzende: Iris Bönisch
Schatzmeister: Thomas Weihermüller
Geschäftszeiten (Clubrat):
1. Mittwoch und 3. Freitag im Monat
jeweils 19 bis 20 Uhr

Eingetragen im Vereinsregister beim Kreisgericht Dresden: I/17
DSV: SC 013, SVS: 009, LSBS: 26046, KSB: 046
 
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BLZ 850 503 00
Kontonummer: 312 021 98 00

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