Segelclub Dresden Wachwitz e.V.
Termine: Mi 15. Feb Fälligkeit SCW-Beiträge + Fr 24. Feb 19:00 Kleiner Clubrat + Fr 24. Feb 19:30 Gemütlicher Clubabend + Mi 29. Feb Termin Antrag Steg- u. Trockenliegenplätze + Do 1. Mär 18:30 Beginn A-Schein-Lehrgang (Theorieausbildung) + Mi 7. Mär 19:00 Clubrat + Do 8. Mär 18:30 A-Schein Theorie +
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Livebericht Jugendsommerfahrt 2006
Montag 24.07.
Endlich gehts gegen 13.45 los zur diesjährigen Sommerfahrt, in diesem Jahr mit 5 Booten ab Wachwitz. Am Abend zuvor und am Vormittag war noch reichlich an den Booten zu tun, zuletzt musste, nachdem alle schon auf dem Wasser in Richtung Meißen waren, noch ein gerissenes Großfall ersetzt werden. Unser Anfängerboot kam gut voran und unter Anleitung gelang auch die Begegnung mit der sehr aktiven Berufsschifffahrt. Lediglich durch das Stadtzentrum von Dresden fuhren alle Boote mit Motor um dann bei einem schönen W 2-3 bis zum Ziel zu segeln. Abwechslung brachte eine Badepause an der Gauernitzer Insel. Als wir gegen 19.00 Uhr den Steg des MSV erreichten, wurden wir schon erwartet. Der Abend klang am Grill aus, der uns zusammen mit reichlich Kohle zur Verfügung stand. Dafür Vielen Dank.
Johannes
Dienstag 25.07.
Nachdem alle aufgestanden waren und mit den von Jana geholten Brötchen gefrühstückt hatten, ging es ans Bauen der Boote: Bei der Tamrit waren die Löcher der Motorhalterung nicht dicht und bei der Mausi war schon beim A-Schein ein Ausreitgurt gerissen. Als auch das alles erledigt war, ging es um 12.15 Uhr los. Zuerst einmal unter Motor, doch nach ca. 2 Stunden konnten endlich die Segel hoch gezogen werden. So ging es, wenn auch kreuzend, stetig vorwärts. Am späten Nachmittag wurde dann an einer geeigneten Stelle eine Badepause eingelegt, als alle wieder mal keine richtige Lust zum Kreuzen hatten. Diese wurde gleich genutzt, um allen, die sie noch nicht kannten, die andere Kennzeichnung der Fahrrinne zu erklären - die Kilometer 121 und 121A waren passiert.
Zum Abend hin wurde es dann noch einmal interessant: Es galt, eine Buhne für die Nacht zu finden. Am Kilometer 130, wo die letzten Jahre schöne Buhnen mit viel Sand gewesen waren, hatte man alle Buhnen nach dem letzten Hochwasser mit großen Steinen aufgeschüttet. Doch unsere Geduld wurde belohnt und wir fanden am Kilometer 136 doch noch eine geeignete Buhne für uns alle und konnten 20.15 Uhr anlegen. Der Abend verlief bis auf einige Koch-Zwischenfälle an sich ganz ruhig.
Jakob
Mittwoch 26.07.
Schon vor 8.30 Uhr blinzelten wir der morgendlichen Sonne entgegen, die schon in den vergangenen Tagen braune bis rote Spuren auf unserer Haut hinterlassen hatte. Bevor überhaupt ans Lossegeln zu denken war, musste ich vorerst die leidige Arbeit des Segelnähens fortsetzen, um die Genua der Gust'l zu reparieren. Nach getaner Arbeit diente wieder einmal die Elbe der Abkühlung der jetzt schon überhitzten Köpfe. Die Überraschung: Beim Baden stieß Jakob auf eine Handtasche, die mit äußerst persönlichen Papieren gefüllt war (zum Beispiel mit Payback-Karten, man stelle sich vor!). Stets um frühzeitiges Starten bemüht, verließen wir gegen 11 Uhr die gastfreundliche Buhne - Ein Rekord!
Geduldig segelten die fünf Boote gemeinsam bis Stromkilometer 154. Hier erklärten wir die Versuche, die Windrichtung zu definieren endgültig für gescheitert und starteten die Motoren. Nach obligatorischer Bade- und Buddelpause* lud uns gegenüber des Kilometerschildes mit der Zahl 181 gegen sechs Uhr ein neuer Mini-Strand zur Bleibe ein. Während ich nun hier sitze, schallen im Hintergrund Musik und Gelächter und falls man überhaupt etwas tut, außer sich zu unterhalten, kratzt man sich an seinen Mückenstichen oder spielt Doppelkopf.

* Die Buddelpause ist ein Ritus, den jeder für sich allein durchführt und zu welchem man einen Spaten und Klopapier benötigt. Hierzu sucht sich der Bedürftige ein stilles Örtchen - womit alles gesagt sein dürfte.
Benjamin
Donnerstag 27.07.
Die letzte Nacht hatte ihre Spuren in Form von sehr vielen Mückenstichen hinterlassen und deshalb war es kein Wunder, dass wir den gestrigen Rekord unterboten und schon um 10.10 Uhr unsere Buhne verließen. Doch obwohl ein Crewmitglied des oben zu sehenden Bootes einen Packen Eiskaffee in die Elbe geworfen hatte um den Windgott freundlich zu stimmen, mussten wir unter Motorlärm die nächsten 14 Kilometer bewältigen. Dann mussten wir erst mal eine Badepause einlegen aufgrund der schweißtreibenden Sonneneinstrahlung. Nach dieser kurzen Abkühlung fuhren wir schnell weiter, um unser Tagesziel Wittenberg schnell zu erreichen. Doch nach der Gierseilfähre in Elster streikte plötzlich der Windymotor und wir legten eine weitere, wenn auch unfreiwillige Badepause ein. Johannes und Jakob versuchten den lädierten Motor zu reparieren, doch wir entschieden uns, bis Wittenberg weiterzufahren und das Problem dort zu beheben. Hier angekommen wurde der Motor wieder funktonstüchtig gemacht und funktionierte wieder. Aufgrund der zur Neige gehenden Vorräte liefen alle eineinhalb Kilometer durch die Stadt, um einen Einkaufsmarkt zu finden.
Zur Zeit sitzen wir auf einer Buhne und lassen uns die letzten Sonnenstrahlen auf den Bauch brennen. Die Mädels haben sich zurückgezogen und uns vom Steg verbannt und so haben wir eine kleine "Männerrunde" gegründet. Heute Abend wollen wir noch Grillen und wir hoffen alle, dass sich das Nieseln von heute Nachmittag nicht in Regen verwandelt.
Theo
Freitag 28.07.
Nachdem wir nun zweimal inmitten der Pampa bei ziemlich aggressiven Mücken übernachtet hatten, gab es heute wiedermal Brötchen zum Frühstück. Wahrscheinlich wollte uns jedoch dieser Club frühzeitig wieder los werden, jedenfalls ließen sie gegen 7.30 Uhr einen rasenmähenden älteren Herren auf uns los. Allerdings nur mehr oder weniger erfolgreich: Nur die Crew der Tamrit ließ sich von ihm wecken (ich war sowieso schon wach und auf dem Weg zum Bäcker).
Wir fuhren wieder gegen 11.00 Uhr los und zwar per Motor. (Anscheinend trinkt der Windgott keinen Eiskaffee.) Bei unserem einzigen Badestopp heute stellten wir erstaunt fest, dass man doch wortwörtlich durch die Elbe laufen kann. Zum Schwimmen war es dort dafür noch weniger geeignet. Bei Kilometer 274 hatte dann letztendlich keiner mehr wirklich Lust, weiter zu fahren und so erklärten wir die nächstliegende Buhne zu unserem heutigen Übernachtungsplatz. Wetterberichten zufolge soll es heute Nacht regnen, was bedeuten würde, dass wir diesmal ruhig schlafen könnten - ohne Angst davor zu haben, am nächsten Tag wegen der Mücken wie ein Streuselkuchen auszusehen.
Jana
Samstag 29.07.
Da es in der Nacht stark geregnet und gewittert hatte, standen (fast) alle früh auf, um ihre Sachen zu trocknen und Nahrung zu sich zu nehmen (Cappuccino und Streuselkuchen). Trotzdem dauerte es bis 12 Uhr, bis auch die Letzten ihr Gepäck ordentlich verstaut hatten. Zu unserer großen Freude wehte ein schöner Segelwind, sodass wir sogar dazu kamen, das Trapez auszuprobieren. Dieses führte bei der Mausi-Crew zu einigen technischen Komplikationen, welche in einer ungewollten Badepause endeten. Auch unsere Windy konnte den schönen Wind nicht ungestört genießen, da sich die Spreizlatte verabschiedet hatte. Wenig später gaben wir die Segelei (etwas ungern) ganz auf, um noch vor Ladenschluss in Magdeburg anzukommen. Kaum eingetroffen, machten sich Jakob und Benni mit dessen Großeltern auf den Weg, Essbares ranzuschleppen. Abends saßen wir mückengeplagt um unsere Kocher, schlugen uns blutig und flüchteten später genervt in den mückenfreien Clubraum.
Babelboot (Laura und Anna)
Sonntag 30.07.
Am nächsten Morgen erwartete uns Jana mit frischen Brötchen, die sie aus dem nächsten Ort, den man bei dem niedrigen Wasserstand ohne Probleme trockenen Fußes erreichen konnte, geholt hatte. Das Frühstück dauerte bis halb 12, eine halbe Stunde später waren die Boote gerüstet, um durch Magdeburg mit den Stromschnellen zu motoren.
Ab Km 328 setzten fast alle Boote die Segel, nur ein Boot hatte die Vorbereitung nicht so ernst genommen und die Schoten noch nicht an ihr Groß angeschlagen. Als die Segel sich gen Himmel streckten, blies teilweise ein leichter Wind, der uns langsam vorwärts trieben ließ. Benjamin verbesserte seinen Trimm durch Gewichtsverringerung: Sein Vorschoter Max testete als Erster die Temperatur der Elbe und besuchte auch fremde Boote. Eine kurze Zeit später waren auf der Mausi vier Leute Besatzung und andere wiederum fuhren einhand. Eine Buhne bei Km 341 hatte es uns angetan und wir legten noch eine Pause zum Baden und Joghurtessen ein.
Unser Ziel für heute lag noch 10 Km entfernt, deswegen trieben wir weiter die Elbe hinunter. Der Wind war schon schlafen gegangen (der hat Schlafenszeiten...!!!), sodass wir noch bis Km 353 kamen, wo wir in einer Buhne unsere Anker auslegten und uns dem wichtigsten überhaupt widmeten: Essen. Nachdem alle erstmal gesättigt waren, testete die Mausi-Crew, wie spiralförmig ihr Großfalldraht ist, indem sie es einfach losließen und es nach oben schnellte. Mithilfe eines Spibaums und etwas Geduld holten sie es natürlich wieder, was schönstes Hafenkino für den Rest war. Jetzt spielen einige Doppelkopf, später wird es ins Bett gehen, was bei dem schönen Wetter auch außerhalb des Bootes liegen kann. Das werden wir sehen.
Judith
Montag 31.07.
Heute "Morgen" ging es schon 13.00 los, was aber nicht weiter schlimm war, da es nur 19 km zurückzulegen galt. Diese wurden auch fleißig von allen Mitstreitern mehr oder weniger schnell hinter sich gebracht. Der Windgott meinte es gut mit uns, sodass wir mit Wind von 0-4 und allen möglichen und unmöglichen zu fahrenden Kursen beehrt wurden und die Motoren heute Pause hatten. So kam es, dass wir schon relativ zeitig gegenüber der Kanaleinfahrt in einer Buhne anlegten, badeten und dann zum geselligen Teil des Nachmittages/Abend übergingen (Erkundungstour in den nächsten Ort mit unfreundlichen Bewohnern, Doppelkopf spielen und ein ausgedehntes Abendbrot). Zur Zeit werden die Boote nachtfertig gemacht, wobei einige von uns neue persönliche Rekorde im "Plane aufs Boot bringen" aufstellten. Auch Vorbereitungen zur Mückenbekämpfung sind im vollem Gange, die allerdings in einigen technischen Problemen mit der Musikanlage leicht nebensächlich wurden. Der weitere Verlauf des Abends wird den anderen Buhnenabenden ähnlich sein: Carsten liegt schon im Bett und manche werden erst in einigen Stunden in die Kojen verschwinden.
Max
Dienstag 01.08.
Da wir gestern reichlich Zeit zum ausruhen hatten, haben wir es heute schon um 11.15 auf die Boote geschafft. Wir sind die ersten 500 Meter in den Kanal gefahren und durften bis 11.30 an der ersten Schleuse warten. Als diese erste Hürde des Tages (gleich nach dem Aufstehen) genommen wurde, rührten wir zum größten Teil des Tages im Kanal von Parey bis Kirchmöser mit unseren Motoren. An diesem Tag war bis jetzt das ständige Mastlegen und -stellen am nervigsten. Dann war auch noch eine Schleuse zu passieren, um in Richtung Plauer See und somit zu unserem Tagesziel zu gelangen. Auch hier mussten wir Mast legen. Dann motorten wir noch über einen kleineren See und durch eine recht niedrige Brücke, bis schließlich Kirchmöser in Sicht kam. Da der Wind aber inzwischen aufgefrischt und nun zu einer ordentlichen 3-4 herangewachsen war, beschlossen wir noch eine Runde über den See zu heizen. Das hat sich auch gelohnt. Alle 5 Boote fuhren heute mal zur gleichen Zeit Trapez. Schließlich haben wir doch angelegt. Nachdem wir später gegen 20.15 Uhr (in einem praktischerweise uns zur Verfügung gestellten Raum) Abendbrot gegessen und kurz auf dem Rasen Volleyball gespielt hatten, sitzen wir jetzt hier gemütlich in der Runde und spielen Böse Sieben.
Carsten
Mittwoch 02.08.
Etwas später als gestern brachen wir kurz nach 12 auf (erstaunlicher Weise war es auch nicht Carsten, der uns vom frühen Ablegen abhielt)und brausten mit einem sehr reichlichem Wind im Rücken über den Plauer See.
Der starke Wind (in Böen bis zu Windstärke 6) schaukelte uns ganz schön durch und kurze Zeit nach dem Ablegen waren Jana und Carsten und unser Oberlöwe Johannes die Einzigen mit Fock und Groß. Nachdem wir uns durch die Wellen bis zur Brücke durchgekämpft hatten, wurde dort zügig Mast gelegt und das Kanal-Tuckern begann aufs Neue. Durch viele Brücken kamen wir schließlich zur Vorstadtschleuse Brandenburg, die uns um einen guten Meter höher schwimmen ließ. So erhoben gelangten wir zur Havel. Ein seltsamer Fluss, der ein bisschen an die Spree erinnert. Wenig Strömung, eine wuchernde Uferböschung und ziemlich schmal.
Anna lotste uns wenig später nach Deetz, ein wunderschön einladender Hafen, wo wir von ihrem Papa freundlich empfangen und reichlich verköstigt wurden. Satt und gemütlich sitzen wir jetzt hier und genießen den weiteren Abend.
Laura
Donnerstag 03.08.
Unser Ziel war heute die Spree kurz vor dem Müggelsee. Leider wurde aus dem angedachten frühzeitigen Ablegen wieder nur ein geruhsames gegen 12.00 Uhr. Kein Wunder bei dem ebenso üppig wie schmackhaft gedeckten Frühstückstisch.
Nun ging es also unter Motor die Havel weiter stromauf, durch den Sacrow-Paretzer-Kanal, vorbei an Potsdam und in den Teltowkanal. Als wir an der Machnower Schleuse ankamen, war es bereits kurz vor 17 Uhr, aber zusammen mit einem Güterschiff wurden wir zügig geschleust, sodass schon 17.30 die Motoren wieder liefen und wir mit den vorgeschriebenen 8 km/h weiter den Teltowkanal entlang tuckerten. Die 8 km/h haben wir allerdings vor allem aus technischen Gründen eingehalten, da hier einer der Motoren an seiner Leistungsgrenze angekommen war und die Bugwelle des mitgeschleusten Frachters zum unüberwindbaren Hinderniss wurde.
Gegen 20.30 Uhr konnte man dann das Ensamble der Wachwitzer Boote im Sonnenuntergang auf die Spree einbiegen sehen und nach wenigen Kilometern war auch ein einsamer Steg gefunden, der im Moment nicht genutzt wird. Nach einer ordentlichen Nudelportion wird der Abend nun sicher wieder lang. Letzter Höhepunkt war der Besuch des sehr ruhigen und zurückhaltenden Wachhundes.
Johannes
Freitag 04.08.
Unsere Startzeit war für 11.00 Uhr vorgesehen, was wir nur sehr ungenau schafften. Neuerdings waren alle schon eine halbe Stunde eher fertig und warteten darauf, dass es etwas passiert. Als es endlich um 11 war, ging es los. Eher wäre nicht besser gewesen, da wir uns um 12 mit Lothar treffen wollten, um daraufhin kurz nach 12 im CSV (Cöpenicker Seglerverein) einzulaufen. Wir tuckerten also los und waren kurz nach halb 12 am Treffpunkt, Lothar war schon da. Nach einem kurzen Hallo fuhren wir noch die letzten Meter bis zum CSV.
Vielleicht hält uns jemand für ein bisschen blöd, weil wir gestern so eine lange Tour und heute nur 4 km gefahren sind, aber es war von vornherein klar, dass wir am 4.8. mittags im CSV einlaufen wollen, denn meine Großeltern wollten ihre Goldene Hochzeit feiern. Wir wollten sie mit so vielen Leuten überraschen und das hat auch geklappt - als wir ankamen, legten wir an (natürlich war vorher alles geklärt) und alle wussten bescheid - bis auf das Brautpaar, das ziemlich erstaunt war. Wir hatten also unser Ziel erreicht. Der Rest des Tages war noch eine schöne Familienfeier, die die meisten unserer Jugendlichen, verständlicher Weise, nicht groß interessierte.
Judith
Samstag 05.08.
Dieser Tag sollte ganz im Zeichen unserer deutschen Hauptstadt stehen: BERLIN. Dank Judiths und Jakobs Großeltern und der uneingeschränkten Gastfreundlichkeit des CSV war uns ein umfangreiches Frühstück gegönnt und wir konnten unser Wachwitzer Geschwader während unseres Berlin-Aufenthaltes am Steg zurücklassen. Die S-Bahn brachte uns ins Stadtzentrum und wir versuchten, alle dortigen Vorzüge auszureizen. Dazu gehörten außer der stapelweisen Vernichtung von Donuts und dem oftmals wiederholten Cappuccino-Konsum auch zwei Kinobesuche. Manche schauten "Fluch der Karibik 2", andere gaben sich bei "Wunder der Tiefe" im IMAX-3D-Kino die Ehre, die meisten aber ersparten sich die schwierige Entscheidung und sahen sich einfach beides an. Vereinzelt teilten wir uns in kleinere Gruppen auf, manche wurden bei kurzen Shopping-Touren ihr Geld los, andere irrten ziellos durch die Gegend. Zum Glück hat sich keiner von uns auf den Riesen-Stahlwippen das Steißbein geprellt, denn dort hatten wir eine Menge Spaß. Nur Carsten war daheim geblieben und vertrieb sich die Zeit mit Schlafen, Spaziergängen und Jogging.
Judith und Johannes traten gegen Abend den Heimweg an, wir Hinterbliebenen machten uns per S- und U-Bahn auf die Suche nach einer gemütlichen Bar, wo wir gemeinsam beieinander saßen. Und eigentlich hätte der Tag auch so enden können - wollte er aber nicht. Es goss wie aus Ösfässern und der Einzige, der eine Jacke mit hatte, war Jakob. Wir mussten in unserem jugendlichen Leichtsinn wohl irgendeine Wetter-Gottheit beleidigt haben, jedenfalls waren wir auf dem Rückweg durch den Park in kürzester Zeit komplett durchnässt. Besonders Anna, Theo und ich hüpften eigentlich nur noch von einer Pfütze in die andere, bevor auch die Letzten kurz vor ein Uhr in ihren teilweise sogar trockenen Schlafsäcken verschwanden.
Benjamin
Sonntag 06.08.
An diesem Morgen lißen wir uns nicht von den Sonnenstrahlen wecken, sondern blieben aufgrund der kurzen Nacht noch ein bisschen l&lauml;nger in unseren Schlafsäcken liegen. Doch anscheinend hatten wir den Wettergott gestern wirklich sehr verärgert, sodass das Wasser aus den Wolken weiter der Gravitation zum Opfer fiel (Regen). So entschieden wir uns, noch einen Tag länger in Köpenick zu verbringen. Glücklicherweise stand im Klubraum eine Billiardplatte, mit der man prima die Zeit totschlagen konnte. Am Anfang spielte jeder, der Lust hatte, doch der sportliche Ehrgeiz siegte und wir riefen zum großen Billiardcontest, bei dem jeder gegen jeden spielen musste, auf. Doch es gab keinen richtigen Gewinner, da wir nicht alle Spiele zu Ende spielen konnten. Ein müder Bewohner des Clubhauses ließ uns ins Freie flüchten. In der vor Mücken schützenden Clubhalle ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Unter sternklarem Himmel suchten schließlich alle nach ihren Zelten bzw. Booten und schlüpften in die nun wieder trockenen Schlafsäcke.
Theo
Montag 07.08.
Gegen 11 hatten sich auch die Letzten mehr oder weniger (eher weniger) aus ihrem Schlafsack gequält (sogar Carsten!). Zum Glück gab's als Ausgleich die ultimativen Jana-Brötchen zum Frühstück. Nachdem alle gesättigt waren, setzte die Hälfte der Truppe zum Lebensmittelshopping an (man kann ja nie wissen, wie lange man in der Pampa mit seinen Vorräten überleben muss). Die Übrigen füllten Wasserflaschen auf und sorgten für eine allgemeine Grundordnung an Boot und Land. Gegen 1 waren alle startklar und wir legten ab. Vor uns lagen 30 km. Nachdem wir einige Kilometer gemotort waren, wollten wir nach 4 (!) Tagen endlich mal wieder segeln. Glücklicherweise gibt es in Deutschland für alles sehr viele schöne Regeln (alles nach Plan) und so mussten Max und ich die Boote tauschen (damit war auch auf der Mausi ein A-Schein). Wir sind 7 km gesegelt, alles lief gut - bis auf das kaputte Fockfall auf der Mausi (Max war zu rabiat) und die ständigen Winddreher. Vielleicht forderte der Windgott noch mehr Opfergaben als die Obstdose, die Laura am Morgen versenkt hatte. Dank einigen Brücken mussten wir die Motoren wieder anschmeißen... Einer gab nach geraumer Zeit seinen Geist vorerst auf, sodass wir eine Pause an Land einlegen mussten. Wir nutzten diese, um ein 2. Frühstück bzw. ein 16-Uhr-Mittagessen zu kochen (das mit dem Kocher klappt immer besser). Wir beschlossen, vorerst im 3er-Schleppverband weiterzufahren. Die Caja zog die Mausi, eine ganz neue Konstellation. Gegen 20 Uhr suchten wir uns langsam einen schönen Platz zum Übernachten. Die verschiedenen Ankermanöver waren sehr amüsierend... Die Caja legte sich quer an Land; die Mausi benötigte 3 Ankerversuche, bevor der Anker wirklich hielt; auf der Windy herrschten Meinungsverschiedenheiten über die Frage, wer jetzt an Land das Boot hält (später war es keiner und die Windy durfte erneut an Land motoren) und und und. Nach all diesen witzigen Komplikationen wurde erstmal Cappuccino getrunken und Abendessen gekocht. Jetzt sitzen gerade alle um Benni und seinem 1000-Funktionen-Handy, singen zur Olsenbande mit und gucken sich irgendwelche Videos an. Mich ärgert schon die ganze Zeit eine Mücke und deswegen werd ich mir jetzt erstmal mein Mückenspray suchen (was aufgrund der unglaublichen Ordnung auf der Mausi sicher kein Problem sein wird *hust*).
Anna
Dienstag 08.08.
Nachdem um 11 Uhr fast alle aufgestanden waren, wurde erst gefrühstückt und dann aufgeräumt, da wir ja ablegen wollten. Dies erledigten alle mehr oder weniger erfolgreich und so konnte es gegen 13 Uhr (wieder einmal eine annehmliche Zeit - nach 12 und vor 15 Uhr) los gehen. Das Ablegen ging relativ einfach, nur Theo musste sich leider etwas zu stark austoben und so wurde der Anker doch noch einmal ausgeworfen, damit Johannes und ich kurz Zeit hatten, die Folgen von Theos Tun zu beseitigen - alles funktioniert wieder irgendwie - wir leben ja sowieso mit vielen Provisorien.
Der nun folgende Schlepp war relativ ruhig: Keine Schleuse, nur ein oder zwei Brücken und vor allem viele kleinere Seen. Gegen 15.30 Uhr entschieden Johannes und Benni, dass wir auf dem See, auf welchem wir uns zu dieser Zeit befanden, etwas segeln und uns später eine Stelle zum Übernachten suchen sollten. Also stellten auch wir den Mast und alle zogen die Segel hoch. Auf manchen Gebieten des Sees war sogar richtig Wind. Mit der Zeit fanden sich dann aber immer mehr Boote an der Stelle ein, welche die Tamrit und die Gust'l für die Nacht auserkoren hatten (wir sollten die Folgen dieser Entscheidung später noch zu spüren bekommen). Als Laura ein Stück auf einen Baum geklettert war, fragte Theo auf einmal nach einer Leine. Uns war schnell klar: Jetzt outet sich Theo als Tarzan! Er kletterte bis in die Krone des Baumes und befestigte dort das eine Ende der Leine - er wollte es also als Liane benutzen. Doch zuerst musste er ja wieder runter vom Baum. Runter klettern wäre zu einfach gewesen - also seilte sich Theo ab. Danach nutzten er und auch noch einige Andere das Seil, um nicht über das Ufer ins Wasser gehen zu müssen. Der Baum hatte nämlich, gegenüber dem Boden etwas erhöht, eine Astgabel, auf die man sich stellen konnte, um dann mit einem Sprung nebst einem Tarzanschrei über das Wasser zu schweben und sich dann in hohem Bogen der Wirkung der Schwerkraft zu ergeben und ins Wasser zu gleiten.
Als dann alle Boote ihre Anker ausgebracht hatten und festlagen, ging es ans Essen machen. Benni und Johannes wollten es wieder mal mit Eierkuchen probieren. Dies gelang heute dank meiner antihaftbeschichteten Pfanne sogar richtig gut.
Der letzte wird gerade aufgegessen, Carsten hat neben Max und Johannes inzwischen auch den Dreh des Powerballs raus (die Anderen schaffen das irgendwie nicht) und wir sind froh, dass nicht mehr so viele Motorboote vorbei kommen und mit ihren Wellen unsere Jollen durch die Gegend schaukeln (warum ist unser Nachtlager denn auch direkt neben der Fahrrinne...!?).
Jakob
Mittwoch 09.08.
Nach einer mysteriösen Nacht mit Wildschweinen und Vollmondsüchtigen stellten wir heute Morgen einen neuen Rekord im Spät-Losfahren auf: Wir kamen erst gegen 14.00 Uhr vom Ufer los. Wir segelten die kurze Strecke bis zum Ende des Sees und formierten uns gerade zum Schleppen durch einen kleinen Kanal, als wir auch schon wieder unsere Fahrt unterbrechen mussten. Es hatte mal wieder ein Motor seinen Geist aufgegeben. Der Schaden war nach zirka einer halben Stunde behoben, alle Motoren waren wieder einsatzbereit und wir konnten weiterfahren. Nach dieser unfreiwilligen Pause, die einige als Möglichkeit für ein zweites Frühstück genutzt hatten, verlief die restliche Fahrt ohne weitere große Zwischenfälle. Als wir das Endziel unserer diesjährigen Fahrt, den Teupitzer See, motorend und segelnd erreichten, galt es, nach einem geeigneten Hafen, wo wir am Freitag gut aufslippen könnten, und einer Übernachtungsmöglichkeit Ausschau zu halten. Da wir nicht wirklich etwas finden konnten, ankerten wir (zum erstenmal in diesem Urlaub) auf dem See. Jetzt sitzen alle außer mir auf der Mausi, werfen mit Gummibärchen um sich, quatschen entspannt und nebenbei hören wir noch laut die Ärzte. So lässt es sich doch leben!
Jana
Donnerstag 10.08.
Nach einer entspannten Nacht auf dem See stellten wir früh fest, dass die Vorräte langsam zuneige gingen. Die Gustl, das einzige Brotmonopol, machte sich über den Rest lustig, der am Knäckebrot hing oder Nutella pur löffelte. Aus Angst zu verhungern, segelten wir so schnell es ging nach Teupitz, um einzukaufen. Da wir noch viel Zeit hatten, setzten wir nach dem Einkaufen nochmal die Segel und heizten auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit zum Übernachten und Slippen quer über den Teupitzer See. Als es anfing, zu nieseln, kehrten wir erfolglos nach Teupitz zurück. Dort handelten Johannes und Benni mit dem überaus freundlichen Hafenmeister Hans solange, bis dieser uns für wenig Geld anbot, über Nacht da zu bleiben und kostengünstig die Boote rauszuslippen. Den Abend verbrachten wir damit, alle Nudel- und Ketchupvorräte zu vernichten und über unsere Abreise zu diskutieren.
Babelboot (Laura und Anna)
Freitag 11.08.
Heute standen alle einigermaßen früh auf, denn die ersten Boote (Windi und Tamrit) sollten schon vormittags aus dem Wasser. Sodenn ging es nach einem kräftigen Frühstück auch gleich ans Werk die Masten zulegen und den Inhalt der Boote großzügig auf dem Steg zu verteilen. Kaum war Theo's Mutter eingetroffen, machten wir uns daran den ersten Kraftakt hinteruns zubringen: die Windi beladen mit 2 Motoren, einer Autobatterie, einem Benzintank und diversen Bootszubehör die enge, glitschige Slipanlage hinaufzuziehen. Das darauffolgende Verladen der Tamrit auf das erstere Boot war hingegend ein Kinderspiel.
Nachdem nun Jana und Theo schon auf dem Nachhauseweg waren, stärkte sich der Rest der Manschaft bei einem Mittagessen in dem Hafeneigenen Restaurant.
An die meist fischhaltige Nahrungsaufnahme anschließend machten sich auch die anderen Manschaften (Mausi und Gustl) , die noch heute abgeholt werden sollten, daran ihre Boote aufzuklaren. Nur Carsten hatte dafür noch etwas Zeit da er erst am nächsten Tag die Heimreise antrat.
Ab der Ankunft von Benjamins Vater dauerte es keine 2 Stunden um die zwei Ixylons mit dem gesammten Zubehör abfahrfertig in den Doppelhänger zu bugsieren, auch wenn einige merkten wie schwer es sein kann allein vom Steg bis zur Slipanlage zu paddeln.
Nach kurzer Verabschiedung quetschten sich die beiden Manschaften (Anna, Laura und Benjamin, Max) und Micha in das zum bersten gefüllte Auto um es sich für die Fahrt so gemütlich als möglich zu machen.
Diese verlief ohne große Probleme und so kamen wir einige Zeit später in Wachwitz an und luden eben mal kurz eine Ixylon zu fünft herunter.
Micha erklärte sich bereit uns alle nachhause zubringen uns so konnten wir uns schon wenig später von diesem doch anstrengenden Tag in Ruhe erholen.
Max
Segelclub Dresden-Wachwitz e.V.
Dresden, 01326
Pillnitzer Landstraße 156a
1. Vorsitzender: Thomas Eggerichs
2. Vorsitzende: Iris Bönisch
Schatzmeister: Thomas Weihermüller
Geschäftszeiten (Clubrat):
1. Mittwoch und 3. Freitag im Monat
jeweils 19 bis 20 Uhr

Eingetragen im Vereinsregister beim Kreisgericht Dresden: I/17
DSV: SC 013, SVS: 009, LSBS: 26046, KSB: 046
 
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BLZ 850 503 00
Kontonummer: 312 021 98 00

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