116. Travemünder Woche
23.7- 26.7.2005
| Die Mannschaft: | Benjamin Gröger und Max Eggerichs |
| Das Boot: | 420er 50969 - "Elbing" |
Am Freitag, dem 22.7.05, begann die Fahrt Richtung Travemünde. Nachdem Max und mein Vater abgeholt wurden, starteten wir pünktlich um 12 Uhr, um noch vor der Schließung des Regattabüros eingecheckt zu haben. Dank der wenigen Baustellen und der zügigen Fahrt schafften wir die 500km an die Lübecker Bucht innerhalb von 6,5 Stunden. Etwas überwältigt von der Größe des Hafens, machten wir uns auf die Suche nach dem Race-Office.
20 Minuten später befanden wir uns auf der anderen Seite der Trave, im Büro, und wurden mit allem wichtigen Schreiben versorgt. Wieder zurück auf den Priwall sollte sich die Frage des Stellplatzes als schwieriger gestalten. Nachdem wir vergebens eine dreiviertel Stunde auf den Platzwart warteten, beschäftigten uns lieber mit dem Aufbau des Boote und mussten uns ständig mit der Frage herumschlagen: "Wo kann man in Dresden eigentlich segeln?". Nachdem auch nun schon der Hunger gegen 20 Uhr gestillt war, trudelte endlich der Platzwart ein. Als die Zelte endlich aufgebaut waren, widmeten Max und ich uns dem Studium der Segelanweisung.
Die einzige Unklarheit blieb trotzdem bestehen- woher wissen welchen von den 8 Kursen wir absegeln müssen?? Um für den morgigen ersten Tag fit zu sein, krochen wir schon 22.30 Uhr in die Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen hieß es früh um 7 aufzustehen um das Boot segelklar zu machen, da wir aus Sicherheitsgründen nur den Mast gestellt hatten. Doch nach einer Stunde war alles erledigt und wir stärkten uns beim Frühstück im Auto meiner Eltern. Um die Unklarheiten des Kurses zu klären, entschieden wir uns, noch einmal mit der Seglerfähre zum Regattabüro überzusetzen. Doch auch diese Unternehmung brachte keine Klarheit und wir mussten beginnen uns halbzehn langsam für das Auslaufen fertig zu machen. Unwissend, genau wie viele andere Teams, folgten wir dem Auslaufsignal.
So segelten mit anderen 420ern in das Startgebiet "Charlie", eines vom insgesamt 9 Regattagebieten. Trotz 3-4 Windstärken und voller Beseglung brauchten wir auf Vorwind eine gute Stunde um dorthin zu gelangen.
Trotz guten Segelwindes gab es Startverschiebung. - Grund: nicht alle der 27 gemeldeten Boot waren um 11 am Startschiff und leider fehlten auch noch Laser, die auch auf unserer Bahn starteten.
Der erste Start erfolgt mit 23 Booten eine halbe Stunde nach dem geplanten Start. Da fast alle 420er bis zum Startsignal an der Linie entlang fuhren, konnten wir ein Nullstart hinlegen. Doch da der Kurs nicht klar war, konnten wir den anderen nur hinterher fahren und beendeten sehr enttäuscht als 23.
Wenigstens wussten wir jetzt, welchen Kurs wir abfahren mussten. Angezeigt wurde es durch ein Nummer beim 5 Minutensignal am Startschiff. Leider war es eine Nummer "5", die wir als Zeitangabe verstanden hatten beim ersten Start......
Der Wind frischte immer mehr auf und wir konnten nun hoffen unser Gewicht auszuspielen. Doch Durch den Wind wurden leider die Wellen immer höher und das Problem, wie auch in der ersten Wettfahrt, wussten wir nicht wie man mit der Wellen umgehen sollten (besonders deutlich wurde es auf der Vorwindstrecken, da das Boot sehr stark von einer auf die andere Seite krängte). Der Wind erreichte nun 6 Beaufort und die Wellenhöhe betrug zum Teil bis 1,3 m. Die zweite Wettfahrt beendeten wir als 10.. Die Dritte schlossen wir bei gleichen Bedingungen als 12. ab.
Gegen 17.30 Uhr waren wir nach der langen Heimkreuz quer durch die Bucht im Hafen und begannen sofort mit dem Abriggen, da uns angeraten wurde, alles bis auf Mast und Baum immer mit ins Zelt zu nehmen.
Nach getaner Arbeit setzten wir schnellstmöglich auf die andere Seite der Trave über um die heute Platzierung zu erfahren- 15. Platz. Etwas enttäuscht gingen wir gegen 22 Uhr zu Bett.
Am nächsten Tag hieß es wieder früh aufstehen Boot klar machen, Frühstück, Wetterbericht einholen und umziehen. Pünktlich konnten wir nach einstündiger Anfahrt um 11 starten. Durch die chaotische Startkultur der anderen Teams kam wir gut raus und waren an der ersten Tonne 4.. Wir beendeten das Rennen mit einem guten 6. Platz. Bei der zweiten Tageswettfahrt holten wir einen 9.. Durch die Änderung des Startschemas verpassten wir unseren dritten Start und begannen mit 4 anderen Teams das Feld von hinten aufzurollen und beendeten es mit dem 13. Platz. Danke des guten Windes wurde noch eine weitere Wettfahrt angeschossen, bei der wir den 7. ersegelten. Wieder begann die lange Heimkreuz die um 18.00 Uhr im Hafen endete. Trotz des verpatzten Starts konnten wir von Platz 15 auf Platz 9 der Gesamtwertung vorrücken, so fand der Abend doch noch ein schönes Ende. Wieder ließen wir die Segel gegen 21.30 Uhr ausstreichen um für den nächsten Tag fit zu sein.
Durch die großen Anstrengungen des Tages hatten wir keine Probleme bei der lauten Musik vom anderen Ufer, der Festmeile, einzuschlafen.
Der Tag begann wieder früh mit der üblichen Prozedur: Boot fertig machen,.........
Nur leider fehlte der Wind!! So begann der Tag mit Startverschiebung und Regen.
Besonders belustigend war es den Australiern zu zusehen. Diese standen, wie jeden Tag, um 8.45 Uhr segelklar in der Slipanlage.
Da alle Ansagen zuerst auf Deutsch und erst dann auf Englisch gesprochen wurden, grinsten alle Deutschen schon bevor die Leute aus Australien verstanden was los war (vor Langerweile gingen sie dann im Hafenbecken baden). Nach vielen weiteren Durchsagen wurde der Start auf der Bahn "Charlie" auf 13 Uhr festgelegt. Trotzdem hieß es schon 11.30 Uhr auslaufen, damit man pünktlich am Start ist.
Doch der Wind war stärker als erwartet und so hatten wir noch 40 min Zeit zum einfahren. Bei mittlerem Wind erreichten wir in der ersten Wettfahrt nur einen 10. und bei weiterabnehmenden Wind in der zweiten Wettfahrt wieder einen 8.. Dann brach die Wettfahrtleitung auf Grund einer Unwetterwarnung alle weiteren Wettfahrten ab. Leider wurde diese Mitteilung nur wenigen Teams gegeben und erst als wir am Startboot fragten, wurde uns gesagt, das wir doch bitte schnellstmöglich in den Hafen sollten. So begann die lange Rückfahrt bei spiegelglatter See. Doch dies sollte sich schnell ändern, denn innerhalb von einer Minute musste Max den Sitzplatz auf dem Leetank mit dem Platz im Trapez tauschen. Der Wind frischte auf 5 Beaufort auf und es machte wieder richtig Spass zu segeln. Doch dies änderte sich schlagartig als wir in die Hafeneinfahrt blickten- mehr als hundert Boote tummelten sich gleichzeitig in der Trave. Auch als wir einfuhren waren es Massen an Booten, die den schützenden Hafen aufsuchten. Die Krönung war es als eine Seefähre den kleinen Fluss zweiteilte und nun Dyas, Tryas, 505er, 470er.....in der Enge kreuzten. Erschwerend kam hinzu das eine Platzregen die Sicht auf ca. 30m senkte und die starken Böen nicht mehr zu erkennen waren. Als wir endlich die Slipanlage erreichten, hatten wir knöchelhohes Wasser im Boot. Schnell wurde wieder das Boot abgebaut und sich warm geduscht. Doch nach diesem starken Regen zeigt sich doch die lang ersehnte Sonne und wir konnten unsere Sachen trockenen. Am Ende des Tages fielen in der Gesamtwertung leider auf Platz 10 zurück.
Auch am vierten und letzten Tag unserer Regattaserie war auch wieder früh aufstehen angesagt und alles begann mit der morgendlichen Routine. Bei leichtem Wind wurde pünktlich gestartet und die 420er brachten die ersten beiden Tageswettfahrten schnell über die Bühne, welche wir immer mit dem 10. Platz beendeten. Doch in der letzten Tageswettfahrt wurden wir durch den nicht vorhanden Wind, die starke Sonne und die Wettfahrtleitung gequält. Durch die vermittelte Technik aus dem Schütt- Trainingslager konnten wir unser Gewicht ausgleichen und "zogen" auf der letzten Kreuz noch an 4 Booten vorbei und ergatterten den 11 Platz. In der Serie blieben wir am Ende etwas enttäuscht auf Platz 10. Nachdem ranschleppen, begannen wir gegen 16 Uhr mit dem Abbau des Bootes und waren gegen 17.20 Uhr fertig mit dem Boot und die folgende Siegerehrung konnte kommen. (Platzierung s. Ergebnisse)
Am Ende konnten wir also einen 23. und 13. Platz streichen!!!
Zufrieden verließen wir Travemünde gegen 21 Uhr und waren gegen 3.30 Uhr hundemüde wieder in Dresden angekommen. Gegen 12.00Uhr folgte noch die Prozedur der Reinigung des Bootes und allen Zubehörs im Verein , denn es gab nichts, was vom Salzwasser der Ostsee verschont worden war.
Ein großen Dank noch an meine Eltern, welche für uns Urlaub genommen hatten und uns an Land verpflegten!!!!!
Ein weiteres Dankeschön geht an unseren Sponsor
"Segeln & mehr - Der Dresdner Seglerladen" !!!!!
www.segeln-mehr-dresden.de
und natürlich an unsere Trainer, Iris und Steffen, die diesen Erfolg erst möglich machten.
GER 50969



